Klimaschutz

 

Welchen Nutzen haben unsere Jeanstaschen für die Umwelt? Was hat Mutter Natur davon und gibt es konkrete Zahlen dazu? Das ist nicht so einfach zu beantworten, wie ich mir das vielleicht gedacht habe. Aber ich mache einen Versuch:

 

Klima und Umwelt

 

Ich lege viel Wert darauf, den umweltrelevanten Nutzen meiner Produkte zu unterstreichen. Das hat nicht primär marketingtechnische Ursachen, sondern vielmehr die Vermittlung einer Lebenseinstellung zur Ursache.

 

Meine persönliche Einstellung zur Umwelt und zum Klimaschutz ist leicht erklärt. Alles, was sich im Alltag gut umsetzen lässt, wird auch gemacht. Das fängt damit an, dass ich Wasser nicht verschwende, Lebensmittel regional kaufe, Essensreste verwerte und Energie spare indem ich das Licht abdrehe oder effizient heize. Ich benütze die öffentlichen Verkehrsmittel und gehe sehr viel zu Fuß.

 

Durch mein Verhalten, Tipps zur Abfall- und Lebensmittelverwertung und ständige Wissenserweiterung versuche ich mich selbst und auch andere für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Denn viele kleine Teile ergeben ein großes Ganzes. Und wenn jeder ein bisschen etwas für das Klima macht, ohne sich selbst dabei zu sehr einzuschränken, ist auch viel getan.

 

Eines der Klimaschutzthemen ist auch die Abfallvermeidung. Viel zu oft wird Kleidung weggeworfen, weil sie eingerissen ist und sich die Reparatur nicht lohnt. Oder weil man mit Speisen und Getränken unschöne Flecken gemacht hat, die sich ohne "Fleckenschere" nicht mehr entfernen lassen. Und weiterschenken kann man diese Kleidung dann leider auch nicht mehr (z. B. an Hilfsorganisationen). Aber eigentlich ist doch nur der kaputte oder befleckte Teil unbrauchbar. Der Rest der Kleidung ist ja noch völlig in Ordnung. Und genau diese Teile verwerte ich.

 

Ich möchte die Menschen dafür sensibilisieren, dass Verwertung nichts Schlechtes ist. Dass es nicht "nur was für die Armen ist". Dass es nicht zeigt, dass man "sich nichts besseres leisten kann".

Recycling - in meinem Fall Upcycling - ist modisch, schön, praktisch und hat optisch nichts mit Resteverwertung zu tun. Upcycling ist in meinem Verständnis auch keine Mode. Es ist eine Lebenseinstellung. Eine positive Einstellung zu unserer Erde, zur Natur und zum Klima.

 

Es zeigt, dass wir Menschen mit unserer Intelligenz, die wir immer für unsere Spezies als Alleinmerkmal betonen, nicht zum Ausbeuten, Verschwenden und Zerstören gemacht sind. Sondern das wir unsere Intelligenz auch für Schönes, Praktisches und Wertvolles verwenden können und auch sollten.

 

 

 

Herstellung und Vertrieb

 

Die Herstellung meiner Taschen braucht lediglich "Manpower" und funktioniert ganz ohne Strom. Die Schablonen werden aus Karton angefertigt und können dutzende Male verwendet werden, bevor sie erneuert werden müssen. Sie werden mit Bleistift entworfen und simpel mit einer Schere ausgeschnitten. Auch die Stoffe werden per Hand mit Schneiderkreide angezeichnet und danach zugeschnitten.

 

Hergestellt werden die Taschen in reiner Handarbeit. Keine einzige Naht wurde mit einer Maschine gemacht. Das ermöglicht nicht nur eine flexible Arbeitsgestaltung (derzeit nähe ich sehr viel auch beim Zugfahren), sondern garantiert auch eine hohe Qualität und somit eine längere Haltbarkeit.

 

Versendet werden die Taschen mit der Post oder werden oft auch persönlich übergeben. Zusammen mit einem Schreiben, in dem auf die Waschbarkeit und Reparaturmöglichkeit hingewiesen wird. All das mit dem Zweck der langen Haltbarkeit. Damit so wenig wie möglich verschwendet wird.

 

 

Der Nutzen für die Umwelt

 

Eine kleine Rechnung:

 

Die Herstellung einer Jeans in Used-Look benötigt ca. 23.500 g CO², die Herstellung von einem Quadratmeter konventioneller Baumwoll-Bettwäsche ca. 86.629 g CO²

 

Konventionelle Bettwäsche hat eine Größe von ungefähr 5,4 Quadratmetern. Aus einer Garnitur Bettwäsche (Polster und Decke) kann ich zwischen 4 und 5 Taschen machen. Je nach Größe. Für das Rechenbeispiel habe ich 4 Stück angenommen.

 

Laut dem Deutschen Diplomphysiker Harald Herminghaus (http://www.co2-emissionen-vergleichen.de/Klimabilanz/Bilanz/Textilien/CO2-Bilanz-Textilien.html) hat eine Garnitur konventioneller Bettwäsche unglaubliche 467,8 kg (!) CO²-Verbrauch, wenn man sie 55 Mal wäscht und bügelt. Das sind bei einer Nutzungsdauer von 3 Wochen zwischen jedem Waschgang 165 Wochen bzw. 3,1 Jahre. Wenn man annimmt, dass man sich alle 3 Jahre neue Bettwäsche kauft, ergibt sich ein CO²-Verbrauch von 86.629 g pro Quadratmeter Bettwäsche über die gesamte Nutzungsdauer.

 

Wenn ich also eine Jeanstasche aus einer gebrauchten Jeans sowie einem Quadratmeter gebrauchter Bettwäsche produziere, spare ich ungefähr 45.157 g CO² ein. Zum Vergleich: Laut VCÖ verursachte jeder Wiener (im Verkehrssektor) im Jahr 2012 1.930 kg CO²-Emmissionen. Um diesen Wert einzusparen, stelle ich ganz einfach 42 Taschen her. Das bringt Freude für die Umwelt und Freude für meine Kunden.